1996/97 sind die Aussenansichten Bildmotive, der aus verschiedenen städtebaulichen Epochen stammenden Bauwerke, die die historische museumsinsel bilden. 1997-1999 verfolgt Evelyn Kuwertz die Rekonstruktion des NEUEN MUSEUMS.
„Ich begann die entkernten Restbestand der Innenräume des Neuen Museums zu skizzieren. Diese Serie von Bildern, Aquarellen und Zeichnungen zeigen den Zustand des Gebäudes vor den Baumaßnahmen: die tragenden Säulen und Ziegelwerk waren freigelegt, rote Gerüste wurden aufgestellt und durch das verglaste Dach fiel das Licht die Stockwerke hindurch. Ein Moment der Ruhe lag in den staubigen Hallen, vergangene Schönheit ließ sich erahnen und die zerstörten Skulpturen imaginieren.
In dem ich den gegenwärtige Zustand der Räume in Form einer Montage mit historischen Zitaten versetzte,versuchte mich diesem Eindruck auszudrücken.“
E.K.
1996 - 97 entstehen Stadtansichten von POTSDAM
“Potsdamer Sichten einer Berlinerin: Evelyn Kuwertz im „Herbstsalon“ Zu den technisch interessantesten Werken zählen die von Evelyn Kuwertz, Berlin. Gerade hier in Potsdam, bedeutet nicht nur Schlösser und Gärten, sondern viele Baustile und im Bau befindliches. Vergangenheit und Gegenwart prallen aufeinander, gehen aber eine Symbiose ein. Von diesen Übergängen und Brüchen, von den Kontrasten leben Kuwertz‘ Bilder. Die Künstlerin kommt vom kritischen Realismus. Bei diesen Arbeiten geht es jedoch nicht um exakt strenge Linienführung. Vielmehr wird durch eine zur Abstraktion hingewandte Gegenständlichkeit mit eher fließenden Linien Gegensätzliches nahegebracht. Ihre überraschenden Kompositionen in impressiver Farbgebung - sie nennt sie „Potsdam I-III“ - sind zum Mitdenken angelegte Interpretationen und interessante Interaktionen, bei denen der Betrachter durch Vorstellungsverknüpfung und Wiedererkennungseffekt zum Mitgestalter der Bilder wird.“
B.W., Presseausschnitt Potsdamer Stadtkurier,19.11.1998